28
Sep
2016

Bitte um Tipps

Ich bitte jetzt schon um Entschuldigung für diesen Beitrag, aber diesmal bräuchte ich wirklich Hilfe!!!

Ich habe bereits ja schon mehrfach erzählt, dass meine Mutter seit mehr als einem Jahr pflegebedürftig ist und sie deswegen über eine Agentur zwei Pflegerinnen aus Polen beschäftigt, weil ich selbst im Rollstuhl sitze und ich die Pflege daher leider nicht übernehmen kann.

Und besonders die eine der beiden Damen ist meiner Mum sehr ans Herz gewachsen und ihr ist es auch zu einem grossen Anteil zu verdanken, dass sich meine Mum - im Vergleich zum letzten Jahr - von einem abgemagerten Häufchen Elend, wieder halbwegs zu einem einigermassen zufriedenen Menschen entwickelt hat.

Meine Mum ist auch geistig noch sehr fit, aber kräftemässig wird es doch langsam aber sicher weniger. Hinzu kommt noch ihr bösartiger Gehirntumor, den man inzwischen nicht mehr operativ behandeln kann.

Jetzt zu meinem eigentlichen Problem, diese Pflege ist recht teuer und mein Vater, der leider vor drei Jahren starb und auch ich haben in den letzten zehn Jahren eine gewisse Summe zusammensparen können. Allerdings geht diese Summe langsam zur Neige.

Ich war auch schon beim Sozialamt, aber da meine Mum und ich noch in meinem Elternhaus wohnen ( es sind zwei Wohnungen und meine davon ist an einigen Stellen wegen meines Rollstuhls umgebaut ) hat man mir beim Sozialamt gesagt, dass ich das Haus erst verkaufen müsste und dann könnte ich erst Sozialhilfe beantragen. Aber das möchte ich erst tun, wenn gar nichts mehr anderes geht, weil ich mir dann auch eine neue Wohnung suchen müsste.

Aus diesem Grund bin ich nun auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, damit ich ungefähr monatlich ca. 500 EUR zusammenbekomme, zusammen mit der Rente meiner Mutter und einem kleinen Beitrag von mir, würde dies dann reichen, die Pflege weiterhin zu finanzieren. Zumindest würde ich mir von Herzen wünschen, dass es zumindest solange ausreicht, bis meine Mutter in Frieden gehen kann..Laut Aussage der Ärzte wird das keine Ewigkeiten mehr dauern, vielleicht noch ein- maximal zwei Jahre....

Ich selbst bin zwar berufstätig, habe aber nur ein kleines Einkommen, und bin deswegen momentan auch auf der Suche nach einem Job, bzw. Zweitjob.

Ich habe zwar auch noch eine Schwester, aber die hat sich komplett von der Familie abgewendet, weil sie die Situation anekelt, dass meine Mum pflegebedürftig ist und sie sich auch strikt weigert, in irgendeiner Weise, finanzielle Unterstützung zu leisten. Ich werde da versuchen gerichtlich vorzugehen, aber ich rechne dabei mit einem längeren Zeitraum.
Und solange möchte ich insgesamt nicht warten, bis sich auf diesem Wege eine finanzielle Lösung ergibt.

Was mir dabei am meisten Schmerz bereitet, ist die Tatsache, dass meine Mum meine Schwester immer unterstützt hat und für sie da war, und jetzt da meine Mum Hilfe braucht, ist sie verschwunden..Das tut so unendlich weh....Aber ich weiss, das gibt es in vielen Familien und vielleicht sieht es meine Schwester aus einer ganz anderen Warte, als ich es tue. Aber nichtsdestotrotz will ich eine Lösung finden.

Bitte diesen Beitrag nicht falsch verstehen, ich möchte hier wirklich niemanden anbetteln!!! Auf gar keinen Fall!!
Aber falls das jemand hier lesen sollte, der/die vielleicht eine Idee hat, welche Möglichkeiten der Finanzierung es noch gäbe, wäre ich von ganzem Herzen dankbar für diese Information.

Ich möchte einfach nur, dass es meine Mutter noch gut hat und dass sie die Zeit, die ihr noch bleibt, einigermassen geniessen kann.

Vielen lieben Dank fürs Lesen!!!!


P.S.: ich weiss natürlich, dass es bei solchen Themen auch schwarze Schafe gibt und Geschichten erfinden, um an Gelder zu kommen-,
Deswegen, wenn sich jemand persönlich ein Bild machen möchte, dann ist er oder sie herzlich zu einem Tee in der Nähe von Karlsruhe eingeladen.

Kaffee habe ich zwar auch im Haus, aber da ich ihn nicht trinke, bin ich ziemlich untalentiert bei der Dosierung, aber heisses Wasser hätte ich auf alle Fälle und backen kann ich auch..( inzwischen sogar vegan )..:-)
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11
Sep
2016

490 Tage später

ich wollte eigentlich gar nicht eine so lange Pause machen. Aber es war irgendwie merkwürdig, jedesmal wenn ich Ideen hatte, über die ich schreiben wollte, dann verflüchtigten sie sich mit rasender Geschwindigkeit, je näher ich diesem Rechner hier kam.

Ich könnte ja sagen, es war eine Schreibblockade, aber das klingt so furchtbar nach Lassen-Sie-mich-durch-ich-bin-vom-VIP-Planeten-Willi-Wichtig..( Todesstern konnte ich ja nicht schreiben, der wurde ja zerstört..viel mehr weiss ich ohnehin nicht über Star Wars, ausser dass Darth Vader wohl an interstellarer Muckoviszidose litt und Luke Skywalker von einem "Toy-Yoda" trainiert wurde..

Was ist in den letzten 490 Tagen passiert? Eine Kurzfassung reicht:

Meine Mum lebt noch, sie erfreut sich sogar relativ guter Gesundheit, was sie sehr viel ihrer polnischen Pflegerin zu verdanken hat, die beiden sind ein Herz und eine Seele.

Wir hatten wirklich Glück, diese Dame über eine Agentur zu finden.
Allerdings sind die monatlichen Kosten ziemlich hoch und ich bin gerade dabei Wege zu finden, wie ich die Pflege meiner Mum weiter finanzieren kann, denn zum Rest der Familie gibt es nicht mehr den allerbesten Kontakt ( um es mal harmlos auszudrücken )

Und "die beiden" haben auch deutlich signalisiert, dass sie erst recht kein Interesse hegen, finanziell etwas beizutragen.

Ich weiss, das klingt, als würde ich jammern und mich beschweren..okay ich tue es ja eigentlich auch grade..aber auch wenn die beiden ihre Gründe haben, sich zu verweigern ( oder keinen Kontakt mehr wollen ), verstehen kann und werde ich dieses Verhalten nicht. Ich bin sogar wütend, denn beide hätten definitiv die Kohle übrig und müssten deswegen an keinem Hungertuch klöppeln..

Oh man, lobe ich mich grade selbst als die einzig gute Tochter? Naja, rein zahlenmässig bin ich das. Und natürlich ist es keine Pflicht, automatisch die Eltern zu unterstützen, wenn diese alt und pflegebedürftig werden. Denn schliesslich haben die Eltern sich ja mehr oder weniger freiwillig entschieden, Kinder in die Welt zu setzen. Und können deswegen nicht zwangsläufig erwarten, das wiederum ihre Nachkommen den Job der Kümmerer zu übernehmen.

Aber irgendwie..ich meine..Herrgott nochmal, die alte Dame, die mich mal geboren hat, hat sich in ihrem Leben für x-Leute den Hintern aufgerissen. Sie hat viele ( und im Besonderen ihre Familie) unterstützt, wo sie nur konnte...scheisse..ich krieg das einfach nicht in den Griff, gelassener über dieses Thema zu erzählen..
und dann wird sie im Stich gelassen..Obwohl sie selbst auch jetzt weder einen Groll hegt, noch das sie jemals erwartet hat, eine Gegenleistung zu erfahren.
Aber hin und wieder, bemerke ich ihre Traurigkeit..
Sorry, wenn das jetzt in den Kitsch abdriftet.

Es macht mich wütend, wenn man jemanden so abschiebt. Okay, hier kommt wohl der Spruch zum Tragen "Aus den Augen, aus dem Sinn."..
Aber alles was man wegschiebt im Leben, egal ob Menschen oder Situationen, kommt irgendwann auf einen zu..Und zwar mit einer Kraft und Stärke, die jeden überdimensionalen Tagebau-Braunkohlenbagger wie ein Spielzeug aussehen lassen.
Karma ist nun mal eine Bitch, die sich zwar manchmal Zeit lässt, aber sie vergisst niemanden.


Wenn Du aber versuchst, offen zu sein, für die Dinge, die nun mal früher oder später in Dein Leben treten, dann ist zumindest die Chance grösser, Dir einen Rest authentische Menschlichkeit zu bewahren unter all den lebenden Zombies, die inzwischen einen seelischen Duft ausströmen, bei dem man die Vermutung haben könnte, dass sie innerlich schon längst gestorben sind..Mein Beileid an die Betreffenden, naja im Rahmen meiner Möglichkeiten.

Aber auf der anderen Seite, gibt es natürlich auch in meinem Leben Dinge, die ich weit wegschiebe und vor denen ich wegrenne ( auch als Rollifahrerin ) beispielweise direkte Konfrontationen oder Streitgespräche..Die beherrsche ich einfach nicht..

Aber mich dafür wuttechnisch hier auszutoben, nun, das bekomme ich eigentlich ganz gut hin..Der Blog ist also für mich so eine Art virtuelles Antidepressivum und mir immer noch lieber als diese echten Präparate, die ich im letzten Jahre aufgrund meiner Panikattacken verschrieben bekam.
Jedoch habe ich diese nach drei Wochen wieder abgesetzt, weil ich mir einfach vorkam, wie Osama bin Laden beim Seniorenbingo in Wolfenbüttel.

Die Panikattacken sind zwar noch zwei Monate länger geblieben, aber nachdem ich einfach nicht gestorben bin, obwohl mir die Attacken das jeden Tag, jede Stunde eingeredet haben, verloren sie doch das Interesse an mir und verschwanden..wahrscheinlich weil sie den Fencheltee nicht vertrugen, den ich als Ersatz für die Antidepressiva genommen habe.

Diesen Tipp gab mir seinerzeit eine Oberschwester, in der Klinik, in der ich im Rolli landete, die flüchtete als Kind übers zugefrorene Haff während des Krieges, war insgesamt also recht hartgesotten.
Und daher gab es auf "ihrer Station" die geringsten Ausgaben für Medikamente im Vergleich zu anderen Stationen. "Papperlapapp was nicht tötet, härtet ab".

Mhmm..das tat jetzt echt gut, hier wieder zu schreiben, ich glaube, ein Neuanfang ist gemacht..:-)
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10
Mai
2015

Was mir in den Sinn kommt

Okay , jetzt ist es kurz nach eins in der Nacht und ich lasse so meine Gedanken streifen..In letzter Zeit resümiere ich ganz gerne über mein bisheriges Leben..Liegt vielleicht daran, dass eben im Moment sehr vieles im Umbruch ist. Veränderungen treten auf, unbeschwerte Momente sind derzeit nicht so reichlich und aus diesem Grund ziehe ich ganz gerne Bilanz über das, was ich bislang so erlebt habe..

Ich habe mich bespeilsweise schon recht früh mit dem Tod beschäftigt. Ich war ungefähr 4 oder 5 Jahre alt, da fand ich eine tote Amsel im Garten. Und zu der Zeit war ich stark geprägt durch den strengen katholischen Glauben meiner Mutter ( Daddy war eher so der Agnostiker, lag aber auch daran, dass er von seinem Vater wiederum regelmässig nach dem sonntäglichen Gottesdienst verprügelt wurde, er hat einfach die Wut über sein beschissenes Leben, weit abgelegen in einem bayerischen Dorf mit Frau und 8 Kindern, freien Lauf gelassen, in dem er seine beiden ältesten in beständiger Regelmässigkeit züchtigte, kein Vergleich zur idyllischen Heimatfilmromantik, die zur der damaligen Zeit im Kino propagiert wurde, deswegen hatte mein Vater bis kurz vor seinem Tod ein sehr gespanntes Verhältnis zur Kirche..)...aber nun zurück zum Amsel-Experiment.

Ich wusste aus den sprichwörtlich gebetsmühlenartigen Erzählungen meiner Mutter, dass nach dem Tod, der Mensch in den Himmel kommt.

Okay und so als handelsübliche 4jährige ging ich dann wortwörtlich davon aus, dass man mit Haut und Haaren "nach oben" fährt..

Also war die tote Amsel ein ideales Versuchsobjekt, um zu überprüfen, ob das stimmt..ich konnte ja schlecht in die Pathologie des örtlichen Krankenhauses und eine echte Leiche "ausleihen", daher blieb mir nur die Amsel.

Ich begrub sie - für meine damaligen Begriffe - recht standesgemäss mit Blüten und Laub und einem kleinen Gebet. Dann habe ich drei Tage gewartet, weil ich mich erinnert habe, dass die Bethlemer Stallgeburt nach seiner Kreuzigung am dritten Tage in den Himmel aufgefahren ist..

Nach dieser Wartezeit, öffnete ich dann das Amselgrab..und da kamen mir die ersten Zweifel mit dieser "dritten-Tage-Auferstehungsnummer"..denn der Vogel war gar nicht weg, im Gegenteil, er hatte inzwischen madige Untermieter bekommen..

Okay, dachte ich, irgendwas ist da mächtig faul und ich meinte nicht den Geruch, den der Amselmann umgab, gibt es da überhaupt sowas, wie eine Auferstehung? Oder werden die Schäfchen da nur mächtig verscheissert, bzw vertröstet, um nicht im dieseitigen Leben aufzumucken, sondern schön den Gottestdienst besuchen und dabei fleissig den herumwandernden Beutel zum klinge(l)n zu bringen?

Und dann gab es noch die Geschichte mit der Hostie während der Messe, es wurde ja dabei immer gesagt, wer davon ist, wird ewig Leben..Nun, als 4jährige verstehst Du den übertragenen Sinn dahinter nicht, stattdessen gehst Du davon aus, dass man im wahrsten Sinne des Wortes unsterblich wird, wenn man diesen dünnen Waffelkeks isst...

Und bis zu meiner Kommunion ( da bekommt man ja die Hostie zum ersten Mal ) habe ich die Zeit damit überbrückt, in dem ich meiner Mutter kurz vor Weihnachten eine Packung Oblaten geklaut habe und heimlich in meinem Zimmer schon mal vom "ewigen Leben" futterte, stellte ich mir zumindest dabei vor....Aber mir war irgendwie damals schon klar, dass Supermarkt-Oblaten wohl nicht dafür sorgen würden, dass ich nie werde ins Gras beissen müssen, stattdessen klebten diese runden Plättchen einfach nur am Gaumen fest, aber "Highlander-unsterblich-mässig fühlte ich mich nicht..mir wurde nur irgendwann übel, war aber nicht verwunderlich, nach 50 Stk "ewiges Leben" aus dem Discounter.

Meine Teenagerzeit war schon recht turbulent, ich war ziemlich rebellisch und habe auch recht früh begonnen, mich für Jungs zu interessieren..Obwohl das nicht so einfach war, weil meine Behinderung schon nicht grade dafür gesorgt hat, dass ich jetzt als Objekt der Begierde beim anderen Geschlecht galt..

Nichtsdestotrotz hatte ich meinen ersten Sex mit 15 Jahren. Er war gleichaltrig und auch irgendwie ein Aussenseiter ( alleinerziehende Mutter, 50 % Migrationshintergrund und schweigsamer als ein Goldfisch ), aber ich fand ihn toll, war total verliebt und das hatte mich so beflügelt, dass ich ganz cool in den örtlichen Drogeriemarkt ging und eine Packung Kondome kaufte, als die Verkäuferin mich sah, machte sie grosse Augen, wie als ob sie gedacht hatte "also so eine hat etwas Sex?"..ich grinste nur vielsagend und zwinkerte beim Bezahlen..

In dem Punkt fühlte ich mich als ganz normaler Teenager, der seine ersten Erfahrungen sammeln wollte und auch konnte..Die gingen allerdings weiter, als es mir lieb war, denn knapp 4 Monate nach dem ersten Treffen, musste ich in die Apotheke und kaufte meinen ersten und einzigen Schwangerschaftstest..Das war notwendig, weil meine Mutter sich vehement weigerte, dass ich die Pille nehmen durfte, sie ging irgendwie davon aus, dass ich A) sowieso keinen Sex habe als Behinderte und B) man ja nur nachts miteinander schläft..Also habe ich den Schwangerschaftstest bewusst im Zimmer offen liegenlassen und schon nach zwei Wochen hatte ich dann die Pille, allerdings aber dann auch das Verbot, mich mit Jungs am nachmittag zu verabreden..Die Frau lernte schnell..

Aber das hielt mich nicht davon, weiter Erfahrungen zu sammeln..ich entwickelte logistisch ausgeklügelte Pläne, weiterhin "Dr. Sommer Szenen" live nachspielen zu können..Jungs rumzukriegen, trotz meines Handicaps, sah ich mehr und mehr als sportlichen Ehrgeiz an..ich hatte zwar schon romantische Vorstellungen, aber die beinhalteten nicht den Gedanken, dass ich mich für immer und ewig an ein und denselben Jungen antackern wollte..Ich wollte einfach Spass haben und den hatte ich, auch wenn dabei mein Ruf etwas Risse bekam, aber mir war das egal..wenn andere Mädchen in meinem Alter Frust schoben, weil der Auserwählte sich nicht so verhielt, wie man es sich schmalzig romantisch in Schreibheften nebst einer Armada von gekritzelten Kuliherzen vorgestellt hat, lebte ich nach der Devise, "andere Mütter haben auch schöne Söhne"..

Und ich hatte wirklich bis dato ganz tolle Jungs, und später dann auch Männer..Sie waren allesamt sehr kreativ und einfallsreich, um mir zu gefallen, so kam ich dann oft in den Genuss, von Zuwendungen, die vielleicht vielen anderen meiner Geschlechtsgenossinnen verwehrt blieb. Egal ob es nun Gedichte, Lieder, oder besondere Einladungen ( Rundflüge, Spontanurlaube ). Meine Behinderung war und ist eigentlich nie im Mittelpunkt gestanden, oder war ein grosses Problem..Nur eben zu Beginn der Teenagerzeit, aber das konnte ich schon verschmerzen..

Vielleicht war es deswegen nie ein Problem, weil meine Behinderung nie als Hinderungsgrund ansah, Männer kennzulernen.
Allerdings war in anderen Bereichen mein Handicap durchaus schon mal ein Problem, besonders im Hinblick auf die eigene Erwartungshaltung. Ich wollte nie scheitern oder mich als schwach zeigen, schon gar nicht in Bezug auf mein Handicap.
Stattdessen habe ich sie über Jahrzehnte nicht in den Mittelpunkt gestellt, eher sogar verdrängt, weil sie auch nie Thema in der Familie war..

Aber jetzt ist es ein Thema, seit ich gesundheitlich und seelisch durch äussere Umstände damit konfrontiert werde und ich merke dabei besonders, dass meine Familie damit besonders grosse Probleme hat..Ein enges Mitglied hat sich deswegen auch komplett abgewendet, als sie sah, dass meine mentale und körperliche Stärke langsam zurückging und ich mich mehr und mehr überfordert fühlte mit den gegebenen Situationen und ich das zum ersten Mal auch zur Sprache brachte und eben nicht - wie all die Jahrzehnte davor - so tat, als könnte mich nichts aus der Bahn werfen...

Es tat zwar sehr weh, festzustellen, dass dieses Mitglied nichts mehr mit mir zu tun haben wollte, aber auf der anderen Seite, habe ich mehr zu mir gefunden, als ich anfing, mir Schwächen einzugestehen..aber damit kam besonders dieses Familienmitglied nicht kalr, weil sie mich bislang noch nie so erlebt hat, da ich eigentlich immer diejenige war, die motiviert und aufgebaut hat und dabei Sicherheit und Stärke ausstrahlte..

Ich verurteile sie nicht, vielleicht würde ich auch handeln, wäre ich an ihrer Stelle..aber, und auch wenn das mal wieder ziemlich pathetisch klingt..

alles was Du im Leben weit von Dir wegschiebst, mit dem wirst Du irgendwann einmal sehr intensiv zu tun haben.
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es ihr eines Tages genauso ergehen wird. Weglaufen und die Augen verschliessen, das geht vielleicht eine Weile gut, aber irgendwann trifft es dich und zwar heftig..In dieser Situation bin ich gerade volle Kanne drin..Ich muss jetzt meine Behinderung für mich thematisieren.

.nicht weil ich es wollte, sondern weil ich es durch körperliche und familiäre Umstände tun muss..Ich hab momentan so inständig immer wieder den Wunsch, mit dem Finger zu schnippen, und die kommenden Tage, Wochen und Monate mit Worp-geschwindigkeit hinter mich zu bringen, aber das können die nur auf der Enterprise..Hier auf der Erde muss ich dadurch...Und ich hoffe, dass ich in absehbarer Zeit in Web-Logbuch schreiben kann "wisst Ihr noch damals, als ich mitten in der Scheisse war und nicht wusste, wie ich das durchstehen sollte, aber ich habe es dann doch irgendwann auf die Reihe bekommen" ( Capt. Kirk hätte das wahrscheinlich eleganter formuliert, aber ich bin nun mal kein Raumschiff-Kapitän )

Okay es ist gleich drei Uhr...ich beame mich mal ins Schlafzimmer..

Gute Nacht..
381 mal gelesen

5
Mai
2015

Leben

Es geht mir gut, ist eine sehr inflationär benutzte Antwort, aber warum sagt man hier oftmals nicht die Wahrheit.
Im Letzten Blog schrob ich darüber, dass Haltung bewahren zur Zeit nichts für mich ist.
Mein Ego und ich führen sehr erbitterte Kämpfe im Moment. Das Ego war bislang immer Richtschnur, gab mir Sicherheit, aber auch nur deswegen, weil ich es bislang nicht anders kannte, als immer die Haltung zu bewahren. Ego und Haltung sehe ich im Moment als meine Stiefschwestern, die mir mit Hilfe der Angst verbieten, in ausgelassener Stimmung auf den Ball zu gehen, weil ich ja dort meinen gläsernen Zalando Schuh verlieren könnte und mich dann der leicht untersetzte Prinz mit Cambridge-Diplomaten-Diplom als Prinzessin auserwählt..( bin nüchtern, keine Sorge, aber mir kam grad dieses Bild vor Augen )

Stärke zeigen, den Eindruck erwecken als würde mich nichts erschüttern, das war mir immer wichtig. Warum war mir das wichtig, frage ich mich gerade? Vielleicht weil ich selbst mein grösster Kritiker bin, vielleicht weil ich selber den Eindruck habe, dass eine Behinderung ohnehin ein deutliches Zeichen von Schwäche ist und wenn ich dann auch noch charakterlich, bzw. seelisch Schwächen zeigen würde, dann wäre die Kacke nicht nur richtig am Dampfen, nein sie hätte sogar Thyssen-Krupp-Hochofen-Qualitäten.

Interessanterweise tritt jetzt hier aber das Leben in seiner Funktion als Lehrmeister in Erscheinung. (..Lächel was für ne Formulierung..einmal eine doppelte Portion Pathos für Tisch 3 )..

Bis vor 6 Monaten war mein Leben eigentlich noch so, wie ein Werbespot für Frühstücksmarmelade: Vogelgezwitscher und dazu noch als musikalische Untermalung die "Morgenstimmung" Peer Gynt von Edvard Grieg...hier ein Clip zum besseren Verständnis


https://www.youtube.com/watch?v=M7NLZDig9_U

Klar hatte ich damals auch schon Probleme, aber die wurden ( aus heutiger Sicht ) im VEB-Kombinat Ernst "Pille-Palle" Thälmann produziert..oder weniger schwülstig, sie waren harmlos im Vergleich zu jetzt..

Aber dann kam eine Breitseite von aussen nach der anderen..Moment, das ist jetzt kein Ausdruck von Selbstmitleid, sondern war eben so..Als die ersten Schüsse von aussen kamen, konnte ich sie noch wegwischen, den Staub abklopfen, das Krönchen zurechtrücken, den Kautabak ausspucken und weitermachen, aber die Schüsse hörten einfach nicht auf und irgendwann ging mir der Kautabak aus und ich hörte auch dann auf die Krone wieder grade zu rücken...wozu auch die Kammerzofe Klum aus Bergisch-Gladbach hätte eh kein Foto für mich gehabt.

Diese stetigen Grenzerfahrungen die ich derzeit erlebe, geben mir ein Gefühl, dass ich mich komplett aus dem normalen Alltag herausgerissen fühle. Planungen, Vorhaben sind derzeit genauso gut machbar, wie gutsitzende Haarverlängerungen bei Meister Proper.
Ich komme mir so vor, als würde ich zwar jeden Tag pünktlich an einer Tokioter U-Bahnstation stehen, aber sobald ich einsteigen will, werde ich von äusseren Umständen überrannt und der Schaffner schliesst dann vor meiner Nase die Tür und sagt "Kommen Sie morgen wieder, vielleicht haben wir dann noch einen Platz für Sie"...

Ich glaube, das Leben will gar nicht, dass man auf Dauer Haltung bewahrt. Weil Dir das auf die Dauer eh niemand abkauft, denn solch eine sture Haltung ist wie eine der Filmkulissen in Babelsberg. Von aussen eine perfekte Fassade, aber geht hinten um die Ecke, dann sieht man das Gerüst und die Stützbalken, die diese Fassade aufrecht erhält. Und kein Gerüst und kein Balken hält ewig, wenn sie immer wieder beschossen werden.

Sie sollen meiner Meinung nach auch gar nicht halten, weil eine Fassade nichts Menschliches hat, gleichwohl sie im ersten Moment Sicherheit ausstrahlt, aber irgendwann bröckelt auch die.

Bröckeln ist gut, das merke ich derzeit immer mehr..Klar macht dieser Zerfall auch Angst, was ich ja durch meine Panikattacken erlebt habe. Ich hatte während dieser Zeit noch nie soviel Schiss, als jemals zuvor in meinem Leben. In manchen Momenten war es so schlimm, dass ich einfach auf dem Balkon stand, bei Sonnenschein in zwei Jacken gehüllt und trotzdem war mir saukalt. Und mein Gedankenkarussell drehte sich so turbomässig, dass plötzlich der Motor so heiss lief, dass ich von einem auf den anderen Moment eine grosse Leere in mir verspürte..Kein Gedanke weit und breit, ich stand einfach nur da...kam mir vor, wie ein rohes Ei, dessen Dotter man durch eine winzige Öffnung mit einem Hochdruck-Schlauch pustet..
War schon irgendwie seltsam diese völlige Leere, andere bezahlen dafür ein Haufen Geld und fliegen eigens nach Fuerteventura, um diese Leere bei einem "wir medtieren uns nen Wolf und modellieren dabei unsere Namen mit Kartoffelsalat" Workshop zu erlangen..

Ich brauchte dazu nur eine pflegebedürftig werdende Mutter, eine Gebärmutterentfernung und drei Panikattacken pro Tag..

Haltung zu bewahren, das möchte ich nicht komplett verteufeln oder ab sofort meiden..aber ihr menschlichere Züge geben, das schon..

Denn wenn Du versuchst, sie sturheil aufrecht zu erhalten, dann bist Du wie ein Welpe der immer in die gleiche Ecke kackt und das Leben fungiert dann als Herrchen, das Dich immer wieder mit der Schnauze in den Haufen drückt und fragt "Willst Du wirklich damit weitermachen, was soll das?"

okay...ich überlege mir dazu mal eine Antwort, denn weitermachen ist nicht so prickelnd, das gibt nur krustige Kratzspuren vom Krönchen zurecht rücken..;-)..

Gute Nacht....
368 mal gelesen

29
Apr
2015

virtuell zerknüllte Blätter

In den letzten Tagen sass ich oft hier und ich weiss, nicht, wie oft ich angefangen habe, aber als ich es dann las, dachte ich "für einen Vortrag beim Pestalozzi-High-Schulball würde es reichen, aber nicht für mich." Das ist nun mal so, wenn Du den inneren Zwang hast, die Ansprüche an Dich selber so hochzulegen, dass selbst Sergeij Bubka mit seinem Stabhochsprunggerät kapitulieren würde.

Die letzten Wochen waren verdammt einschneidend für mich, ich kam sehr oft psychisch und physisch an meine Grenzen. Zum Glück habe ich aber keine Panikattacken mehr. Ich bin einfach ihrer müde geworden. Es gab da auch einen Moment, als es mal am heftigsten war, dass ich dann einfach nach oben blickte und sagte "Okay, dann holt mich eben, ist doch sowieso alles egal und irgendwann bist Du eh vergessen." Ich hatte keine Lust auf den Gedanken "Mach das beste draus"...ich glaube sogar, ich wollte mich einfach mal komplett scheisse fühlen mit allem Piepahpoh ( schreibt man vielleicht nicht so, aber "Pipapo" klingt wie der Name eines Clowns aus dem russischen Nationalzirkus und das würde dem sich-scheisse-fühlen den gewünschten Leidensdruck nehmen )

Haltung bewahren ist grade nicht so auf meiner Tagesordnung, nein, leiden muss einfach mal sein...das ist wie Entrümpeln eines Dachbodens von Dingen, die da schon jahrzehntelang vor sich hin stauben, auch wenn sie mit Tante Gertrud's Aussteuer-Leintüchern abgedeckt waren.
Das Bescheuerte an dieser Leidensnummer ist aber, dass der Körper damit versteht "okay sie will leiden, dann soll sie das auch körperlich.." Anders gesagt, ich habe derzeit die viechischsten Schmerzen, die ich jemals hatte und jeden Tag ist es was anderes..Das erinnert mich irgendwie an den Sketch von Waalkes "Der menschliche Körper" ( den konnte ich übrigens mit 4 Jahren komplett auswendig - Poesie von Eichendorff, Heine und Konsorten langweilten mich halt schon damals..)

gestern war es beispielsweise so "Grosshirn an Rücken: Schmerzausbruch vorbereiten" und dass ausgerechnet mitten im Drogeriemarkt innerhalb von Sekunden alterte ich bewegenungstechnisch um gefühlte 48 Jahre ( ja ich weiss, bin zwar gelähmt, aber ich war eigentlich immer ganz fit )..mit beinahe letzter Kraft bezahlte ich den Haarfestiger ( mit meinen "neuen" 91 Jahren wäre vielleicht ein Hornhauthobel passender gewesen ) und dann am Auto hätte ich mir drei Sherpas gewünscht, die mich auf den Autositz gehievt hätten, stattdessen hangelte ich mich in Zeitlupe und den denkbar schlechtesten Haltungsnoten, die eine russische Wertungsrichterin mit behaarnadeltem Kolchosen-Dutt jemals vergeben hätte, ins Fahrzeug...

Zu Hause in der Garage das gleiche Spiel und dazu noch mit einem Endlosschleife Scheisse-Scheisse-Scheisse-Fuck-mein-Kreuz-Lied auf den angespannten Lippen..

Zum Glück hat der Pharma Konzern Bayer Leverkusen ein paar nette Präparate entwickelt, die die Schmerzen reduzieren, aber dafür ein debiles Grinsen erzeugen..aber was solls, lieber beknackt lächeln, als weiterhin als 91 jähirge durch die Gegend eiern..

Aber heute hatte ich Besuch, einen Osteopathen, da mir im Vorfeld des Öfteren geraten wurde, einen aufzusuchen und gegen 19 Uhr kam er, mit Jutebeutel und einem Hauch Gras an der Strickjacke..Der erste Eindruck war also erstmal etwas befremdlich, aber ich muss sagen alle Achtung, er hat Stellen an meiner Wirbelsäule gelockert von denen ich gar nicht wusste, dass sie anatomisch vorhanden sind..Okay ich hab zwar zeitwiese aufgeschrieen wie ein empfindliches Internatsschulmädchen, aber immerhin liess er sich 90 Minuten Zeit und jetzt ist es das erste Mal seit drei Wochen, dass ich hier sitze und keine Schmerzen habe.

Vielleicht fluscht es auch grade deswegen beim Schreiben..schon toll, fühl mich wieder wie 43, hat mir echt gefehlt..wenn der Osteopath-Mann so weitermacht, dann ist sicherlich bald im Drogeriemarkt eine Flasche Clerasil-Pickel-Entferner drin..Ausser natürlich ich wach morgen auf und mein Rücken drängt auf ABC-Wärmepflaster und einen Besuch in der Seniorentagespflege...bin gespannt..naja besser als verspannt...;-)

Gute Nacht..
500 mal gelesen

20
Apr
2015

Schatzkiste Seniorenheim

Okay über Bewohner eines Seniorenheims zu schreiben, darüber würde nahezu jeder Mitarbeiter eines Trendforschungsunternehmens, der dreimal wöchentlich beim Cardio-Spinning Kurs im Fitness-Studio seine Lungen auf links dreht und dann anschliessend den Luftblässchen-Brand mit einem lactosefreien Latte Macchiato ablöscht, mit dem Kopf schütteln.
Und vielleicht noch dazu gähnend abwinken, um zu unterstreichen, dass frisch brustenthaarte Grossstadt Basejumper oder acapulcoianische Klippenspringer in vielversprechenden anatomisch-strategisch-korrekt sitzenden Badehosen einfach viel mehr Interesse beim Lesen hergeben, als jetzt ein handelsübliches dementes Rollatorgeschwader in einer entsprechenden Sammeleinrichtung.

Das Leben im Seniorenheim ist nun mal ein Thema, welches viele jüngere sehr weit weg schieben, da dieser Ort wohl als letzte Station vor dem grossen Grundstück mit den vielen rechteckigen Erdaufschüttungen und den dazugehörigen Steinidentifikationsaufstellern angesehen wird.

Seniorenheime gelten gerne als Wartesaal für die letzte Reise und wenn man durch die Gänge läuft, begegnen einem oftmals menschliche Hüllen, die vor sich hin vegetieren und man sich kaum vorstellen kann, dass diese Menschen irgendwann mal vor langer Zeit noch mitten in einem aktiven Leben standen.

Aber dieser Eindruck entsteht hauptsächlich dann, wenn man sich kaum Zeit nimmt, sondern im Höchstfall einmal in der Woche zur Oma ins Heim hetzt ( mit einem Mitbringsel aus dem heimischen Wandergeschenk-Fundus versteht sich -meist ein Set von 4711 oder Tosca- jedenfalls etwas, das man selber geschenkt bekam und daher ein Heimbesuch die willkommene Möglichkeit bietet, es wieder loszuwerden.) , und sie dann mit einer Einheit Frischluft versorgt, indem man die demente Dame im AOK-Gefechtspanzer-Rollstuhl durch den neu angelegten Mini-Park im Schnelldurchgang schiebt, der zum Gedenken von irgendeinem Friedemann Posemuckel angelegt wurde.
Und nach einer knappen halben Stunde geht es wieder zurück in den Kukident-Zwinger...

okay, war jetzt ein wenig zynisch, aber seit meine Mum vor drei Wochen in Kurzzeitpflege kam, habe ich solche Boxenstopps des öfteren erlebt..vielleicht möchten viele mit Seniorenheimen nur deswegen nicht soviel zu tun haben, weil ihnen dort sehr deutlich gezeigt wird, dass das Leben endlich ist und dass ihnen bewusst wird, der Angehörige ist durch seinen stetigen körperlich und geistigen Abbau nicht mehr die Person, die man früher mal kannte.

Aber wenn man sich die Zeit nimmt, dann begegnet man Menschen die trotz Demenz, Schlaganfall und Alzheimer immer noch lebendig sind. Besonders bei Alzheimer-Betroffnenen frage ich mich , wie sieht deren Welt aus, welche Bilder laufen in ihren Köpfen ab, wenn sie fest davon überzeugt sind, dass verstorbene Familienmitglieder gleich zu Besuch kommen müssten. Für die übriggebliebenen Angehörigen ist das sicherlich sehr schwer zu verdauen und auch sehr befremdlich. Aber ich glaube, die Filme die bei erkrankten Menschen ablaufen, übertreffen jeden Hollywood-Blockbuster. Ist dann das Leben noch lebenswert? Ich glaube schon, auch wenn es schwer nachvollziehbar ist.

Da gibt es beispielsweise Siggi, er war mal vor über 50 Jahren ein sehr erfolgreicher Fussballer und hat in mehreren Erstliga-Clubs gespielt und jetzt dreht er jeden Tag seine Runden und weiss nicht, welchen Tag wir grade haben, aber sobald man ihn fragt, wie er denn sich auf das Training vorbereitet, dann strahlen plötzlich seine Augen und er beginnt munter und sehr begeisternd zu erzählen.

Oder Anneliese, die als Jugendliche übers zugefrorene Haff von Ostpreussen geflüchtet ist und immer wieder fragt, wann denn endlich ihre verstorbene Schwester von der Arbeit kommt, damit sie das Abendessen kochen kann, sie fängt an zu lächeln, wenn man sie um ein Rezept für einen Sonntagsbraten bittet, da vergisst sie keine Zutaten und selbst die passende Tischdeko hat sie im Kopf.

Oder Erna, die mit ihren 92 Jahren geistig noch voll fit ist, aber weil sie keine Familie mehr hat, wacht sie jeden Morgen mit einem Seufzer auf und sagt "so ein Mist, der Herrgott hat mich schon wieder vergessen"..eine der Pflegerinnen hat mir erzählt, dass sie bei ihrem täglichen Ausflug rund ums Heimgebäude auch mal die Strasse extra langsam überquert in der Hoffnung, dass sie von einem Auto überfahren wird.

Und dann gibt es noch Edgar, der wohl in jungen Jahren den Frauen sehr zugetan war, jedenfalls zwinkert er jeder Besucherin zu und hin und wieder lässt er seine guten Manieren im Schrank und "spendiert" der einen oder anderen weiblichen Pflegekraft einen Klapps auf die Kehrseite.

Warum also Seniorenheime meiden? Dort sind zwar Menschen, die nicht mehr so funktionieren, wie man es jahrzehntelang von ihnen gewohnt war, aber jede Falte in deren Gesichtern erzählt eine Geschichte und die lohnt es sich zu erfahren....und dazu braucht es auch keine 4711-Duftsets, einfach sich ein wenig Zeit nehmen und zuhören, wäre schade, wenn die Faltengeschichten unentdeckt verschwinden würden....

Gute Nacht...

vielleicht noch eine Ergänzung, auch wenn vielleicht dieser Eintrag den Eindruck erweckt, dass ich mit der Heimsituation gut zurecht käme, ist es für mich jedesmal so, dass ein Besuch bei meiner Mum mir schon sehr wehtut, weil mir bewusst wird, es wird sich nicht bessern, sondern stetig verschlimmern und die Frau, die mal meine beschützende, vor Kraft strotzende Mutter war, die gibt es nicht mehr...und so sehr ich auch den Wunsch habe, Zeiger bauen zu können, die die Zeit zurück in unbeschwertere Momente zurückdrehen, das ist vorbei..und eine Angst davor, was noch alles auf mich zukommen wird, kann ich nicht leugnen, aber wenn ich diese Faltengeschichten von anderen im Heim mitbekomme, dann gibt es mir Kraft und auch ein klein wenig Ablenkung und darüber bin ich sehr dankbar. Und ich möchte auch niemanden verurteilen, der nicht die Kraft aufbringt, seinen Angehörigen bis zum Schluss zu begleiten, denn nicht nur das Altwerden ist nichts für Feiglinge, sondern auch das "da sein" für jemand..und ich kann für mich nicht sagen, ob ich das weiterhin kann, ich hoffe es einfach nur...
497 mal gelesen

31
Mrz
2015

Angst...

In den letzten Monaten ist ja ziemlich viel in meinem näheren Umfeld passiert und bislang war es immer so, dass ich es mehr oder weniger mit Angst zur Kenntnis genommen habe und dann mein Krönchen wieder zurechtrückte, den Staub abklopfte und "weiter geht's" im Sinn hatte.

Aber seit einiger Zeit ist das irgendwie anders, ich erlebe Panikattacken. Und das ist irgendwie scheisse..oder doch nicht?..Gute Frage, so langsam denke ich, dass ich diese Attacken habe, weil irgendwas in mir sagt "Mädel, ich hab einen Verstärker eingebaut inklusive seelischem Nebelhorn, damit Du MICH wahrnimmst"..Und dieser "Mich" ist nichts anderes, als die Erkenntnis der eigenen Endlichkeit.

Klar..keiner bleibt ja hier für immer ( nun ja, ausser bei Johannes Heesters, da war man sich ja lange Zeit nicht sicher, bis er dann auch ging )

Nur bei mir ist es so, dass ich mir grade vorkomme, wie ein überempfindlicher Rauchmelder, beim kleinsten Zipperlein, das ich habe, fährt meine Adrenalin-Ausschüttung eine Sonderschicht nach der anderen..Diese innere Unruhe kannte ich bislang nicht und vielleicht wäre die auch nie gekommen, wenn ich nicht immer gerne verdrängt hätte..

Aber hätte, hätte Fahrradkette..jetzt sind diese Attacken da und die sind wirklich vom Feinsten. Herzrasen, Atemnot und das Denken "der Sensenmann kommt mit dem 17.58 Linienbus und klingelt gleich bei Dir."..Dabei wäre es mir lieber, wenn ein paar von der Wachturm Sippe läuten würden, aber die kommen ja nicht mehr zu mir, nachdem ich ihnen gesagt habe, dass ich schon soviele Fremdblutransfusionen hatte, die von der Menge her, ein handelsübliches Kinderplanschbecken füllen könnte. Seitdem stehe ich nicht mehr auf deren "haben Sie schon die frohe Botschaft gehört" Besuch-Abklapper-Liste..

Das Wissen um die eigene Endlichkeit sollte mir eigentlich einen positiven Schub geben, im Sinne von "Du weisst jetzt also, dass Du nicht für immer hier bist, also mach was draus"..

Aber irgendwie verstehen da im Moment mein Körper und mein Geist diese Stelle im Handbuch des Lebens falsch..Oder es ist aber vielleicht so, dass grade diese Attacken da sein müssen, denn nichts geschieht ohne Grund, irgendwas soll mir gezeigt werden..ich weiss nur noch nicht was.

Eins steht fest, diesmal geht das nicht mit dem Verdrängen, da diese Attacken ihr Handwerk ziemlich gut beherrschen, die haben soviel Kenntnis im Panik-Register ziehen, dass ich fast schon bewundernd denke "alter Schwede, Ihr seid wirklich gut"..mal eben schnell den Blutdruck in die Höhe treiben, obwohl das Klinik EKG keine Störung anzeigt.

Diese Attacken haben ein verdammt gutes medizinisches Wissen, bescheren mir Symptome, nur um dann beim Abklingen zu sagen "Jetzt haben wir Dich wieder verarscht, bis zum nächsten Mal"...

Vielleicht sind diese Attacken auch eine Art seelische Putzkolonne, die mir zeigen wollen, dass Verdrängen und mechanisches Funktionieren auf Dauer nichts bringt..Vielleicht habe ich noch nicht wirklich gelernt, wie man mit Problemen umgeht, zumindest ist der Weg, mit ihnen umzugehen ( nämlich gar nicht ) wohl bislang der falsche gewesen, denn sonst wären diese Attacken nicht gekommen...

Aber warum sind sie hier? ..Vielleicht reicht es jetzt erstmal, sie zu akzeptieren..denn Akzeptanz ist vielleicht auch Teil der Putzkolonne und wischt den Schrecken weg..mal kucken, wer dann zum Trockenreiben und Nachpolieren kommt...

Jetzt erst mal Pause, wird aber sicherlich fortgesetzt und ich merke grade, dass ich durch das Aufschreiben wieder etwas ruhiger wurde..
377 mal gelesen

15
Mrz
2015

Danach

Jetzt ist es fast vier Wochen her, dass ich das letzte Mal hier geschrieben habe. Und wie man jetzt lesen kann, habe ich die Operation wirklich überlebt ( wenn das nicht der Fall gewesen wäre, dann hätte der Begriff "Ghostwriter" eine zusätzliche Bedeutung gewonnen )

Ja überlebt hab ich es, und die von mir so gefürchtete Narkose war diesmal die beste, die ich je hatte.
Der Ankunftszeitraum vor der OP hatte was von " wir treiben das gesetzliche Krankenkassenvieh" zusammen..Ich liess mich mit einem Rollstuhltaxi nach Tübingen fahren, entspannen konnte ich dabei nicht, zum einen weil ich sehr aufgeregt war und zum anderen, weil der Chauffeur ein sehr starkes Mitteilungsbedürfnis hatte, besser gesagt, er kaute mir das Ohr ab, wenn es wenigstens interessant gewesen wäre, aber es war eine 56 minütige Schelte auf das Leben insgesamt und dessen "Eingeborenen" die sicherlich das zweifelhafte Vergnügen hatten, versehentlich den Lebensweg des Taxilenkers zu kreuzen.

Ich habe selten jemanden erlebt, der so vom Leben angepisst war und er selbst hielt sich für ein Geschenk Gottes..passiert wohl als Gratisbeigabe, wenn man zuerst evangelische Theologie studiert und sich aber dann dazu entschliesst, wehrlose Gehandicappte durch die Gegen zu transportieren.

Jedenfalls war ich kurz davor, meine jahrelange gut gehegte Heterosexualität gegen eine Lesbenphase einzutauschen, wenn die Fahrt noch länger gedauert hätte. Natürlich hätte ich auch ein - von der AOK gesponsertes - " Würden Sie bitte die Klappe halten"
von meinem angeschnallten Platz nach vorne zum Fahrersitz rufen können, aber ich wollte ohne bösen Worte meinem eventuellen Narkose-Tod entgegentreten..


Aber wenigstens gab es keine Staus und gegen 09.00 Uhr waren wir endlich an der Klinik.

Nach einer kurzen Wartezeit wurden ich mit fünf Frauen in einen Wartebereich zusammengepfercht ( hatte wirklich etwas von Schlachtvieh, weil wir nichts mehr zu essen und trinken bekamen, da ja eine nach der anderen in den anschliessenden Stunden unters Messer kam ).

Es gab Smalltalk unter den Damen, der ein wenig in einen Wettbewerb ausartete mit dem Titel "Wer hat die schlimmste Krankenhaus-Erfahrung bislang gemacht". Ich glaube, ich wurde zweite, hinter einer Dame, die ein Nahtoderlebnis während einer Gallen-OP hatte, allerdings hatte ich verschwiegen, dass dies meine 35. Operation war, ich wollte ja nicht angeben..dazu war ich viel zu nervös..

Punkt elf Uhr wurde mein Name aufgerufen, ab ins Patienten-Zimmer, ausziehen und dann mit Flügelhemdchen ins Bett..und warten..ich strich über die Stelle unter der meine Riesengebärmutter auf ihre Entfernung wartete, das war so unwirklich, bald ist sie weg, dachte ich....dann kam wirklich die Angst..ich hörte das Geräusch von laufenden Stöckelschuhen draussen auf dem Flur, dann ein Lachen und Gespräche...

ich wäre gern mit der Stöckelschuhfrau mitgegangen und hätte mit an dem Gespäch beteiligt, egal wie belanglos oder fachchinesisch-technisch es auch gewesen wäre, schliesslich hatte ich ja eine Stunde zuvor die Pseudo SED-Parteitagsrede meines Beinahe-Taxi-Pastors überstanden..ich wollte nur weg vom Flügelhemd und vom OP-Saal...selbst wenn ich 48 Eingriffe davor gehabt hätte, daran gewöhnt hab ich mich nie.

Ich habe diese Urangst nicht mehr aufzuwachen, egal wie lange die anwesenden Anästhesisten studiert haben und fachlich sehr kompetent sind....es ist dieses Ausgeliefert sein, was mir jedes Mal immense Angst macht..

Dann wurde ich in den OP Bereich geschoben..ich begann zu zittern und zu weinen, ich konnte nicht dagegen ankommen..aber das wurde schnell bemerkt und schon kam ein Pfleger neben mein Bett, und begann mich zu streicheln und eine warme Decke auf mich zu legen, wirklich beruhigt hat mich das nicht, aber im Rahmen meiner zittrigen Möglichkeiten fand ich es schön..

es ging dann weiter in den OP Saal, es war kalt und überall grüne Maskenmenschen..dann trat eine junge Ärztin neben mich, die Narkose-Frau mit Ostblock-Akzent..habe kurz in meiner Angst überlegt, ob ich ein "Putin wird vom Westen viel zu negativ dargestellt" noch sagen sollte..konnte aber den Gedanken nicht zu Ende bringen, denn kurz nach dem Auflegen der Maske war ich auch schon weg..im nächsten Moment schlug ich wieder die Augen auf..naja, im nächsten Moment war das nicht, es waren real 5 Stunden vergangen, doch dank Propofol können wohl auch drei Tage vergehen und Du empfindest es trotzdem nur als drei Sekunden..

Wachstation..eine kleine Armada von Schläuchen steckten an und in mir..durch einen Cocktail von Schmerz- und Narkosemitteln ging es mir erstaunlich gut und ich war recht fit..habe sogar Selfies gemacht ( Smartphone und MP3 Player durfte man legal im Kulturbeutel dorthin schmuggeln )...Ich hatte das Glück, dass ein Pfleger, der aussah, wie Dirk Bach, eine Ahnung hatte, dass Rollstuhlfahrer alle zwei Stunden nach Eingriffen gedreht werden mussten, um nicht wund zu werden..ich strich erneut über die nun operierte Stelle, ich konnte eine nach unten gewölbte Delle spüren..sie war tatsächlich weg und ich lebte noch..zu den Klängen von Pink Floyd's "Wish you were here" schlief ich dann - ganz ohne Propofol und Ausgeliefertsein auf eigene Entscheidung ein...

Allerdings machte ich am nächsten Tag einen Fehler, ich habe normale Kost gegessen, ich hatte tierischen Hunger...mein Darm konnte das noch nicht händeln..und zwei Tage später hatte ich einen Darmverschluss im Anfangsstadium..ich bekam zunächst eine Magensonde, grässsliches Teil, und das Einführen über die Nase war wirklich nicht prickelnd..Panik, wollte schreien, durfte aber nur atmen, eine Schwester hielt mir die Hand, dann war das Ding drin..fühlte sich an, als hätte jemand ein nacktes Wattestäbchen in meinen Rachenraum gerammt, Magen- und Darminhalt fanden dann sofort über die Sonde einen Weg nach draussen...das war echt merkwürdig, dabei zuzusehen..zweieinhalb Liter im Sondenbeute später, war ich erneut in einem OP Saal, wieder Eingriff, aber diesmal sehr klein, von kurzer Dauer und erfolgreich..

Danach 5 Tage Bett, hatte viel Zeit zum Nachdenken..wurde gepflegt und stellte fest, dass man als Rollstuhlfahrer verdammt hilflos ist, wenn Du nur flach liegen darfst..wieder war dieses Gefühl des Ausgeliefertseins da..aber diesmal war es nicht die Angst, die mich beherrscht hatte, sondern Scham..auch wenn alle Schwestern wirklich ausgesprochen lieb waren..

es ist einfach ein peinliches und unangenehmes Gefühl, wenn eine fremde Person Deine Körperpflege übernehmen muss und da kamen auch die Gedanken "Wie wird das mal später sein, wenn meine Kräfte nicht mehr ausreichen, und ich permanent Hilfe brauche, was ist dann mit meiner Würde, meiner Selbstbestimmung, kann ich diese dann trotzdem noch wahren? Welchen Sinn hätte dann noch das Leben für mich?" Ich war froh, dass ich nach 5 Tagen, diese Fragen wieder etwas weiter weg schieben konnte, aber seitdem gibt es immer wieder Momente, in denen ich daran denke..Diese 5 Tage waren so eine Art kleiner Vorgeschmack, auf das, was irgendwann sicherlich auf mich zukommen wird. Ob ich dadurch mein Leben nun bewusster wahrnehme und die schöneren Phasen intensiver geniesse, das weiss ich noch nicht..

Seit knapp zwei Wochen bin ich nun zu Hause, irgendwie ist es anders, als vorher..es liegt vielleicht auch daran, dass meine Mutter vorletzte Woche erneut einen Anfall hatte und diesem war es wohl ein Schlaganfall..und ich konnte nicht wirklich bei ihr sein, weil ich mich noch schonen musste, auch wenn die Wundheilung gut voran schreitet...aber es sieht wohl so aus, als müsste sie zumindest vorübergehend in eine Pflegeeinrichtung und sie hat wohl eine gewisse Ahnung davon und es war für mich schlimm, als sie gestern meine Hand nahm und nur gesagt hat "Bitte schick mich nicht in ein Heim, ich mach auch alles, was ich kann"..

Himmelherrgott das tat wirklich weh..auch wenn viele in meinem Umfeld sagen "Du musst auch an Dich denken, wenn es nun mal nicht anders geht.." Aber diese Frau war immer für mich da, fuhr jeden Tag bei Wind und Wetter mit dem Auto zu mir ins Krankenhaus, als ich Kind war, obwohl sie eine Heidenangst vorm Fahren hat..und ich steh jetzt vor der Entscheidung, sie "abgeben" zu müssen, solange der Mehraufwand in der häuslichen Pflege noch nicht geklärt ist..auch wenn ich im Moment keine andere Wahl habe, komme ich mir ziemlich schäbig vor, kann nicht für sie da sein, so wie sie es für mich war..Ich fühl mich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig gelähmt und ich frage mich, ob ich mir damit nur selber leid tue oder ist es eher das Gefühl, irgendwie keine gute Tochter zu sein..warum ist eigentlich oft so, dass nicht nur eine Sache auf jemanden einprasselt, sondern sich gleich mehrere Baustellen auftun?

Möchte irgendwo, irgendjemand testen, inwieweit man emotional Multitasking fähig ist? Ich weiss nicht, ob ich es schaffe, das Vertrauen darauf fehlt mir im Moment..auch wenn ich bislang immer davon ausging, dass das Leben eigentlich eine Wellenbewegung ist und nach schlechten Zeiten auch wieder bessere kommen.. und auch schon Udo Jürgens in seinem Lied "Immer wieder geht die Sonne auf" schon gesungen hat, "die Dunkelheit für immer gibt es nicht"...vielleicht ist es auch vorgesehen, dass ich jetzt in dieser Phase bin, damit ich was Wichtiges lerne..ich weiss es einfach nicht...ich komme mir irgendwie vor, wie ein Schiff, dessen Steuerrad angekettet ist und mir nichts anderen übrigbleibt, als abzuwarten, wohin es geht..Spannung und Angst sind mit an Bord..die Zuversicht vielleicht auch, aber die ist wohl erstmal noch "blinder Passagier und hat sich irgendwo im Laderaum noch versteckt...

Okay, ich geh jetzt lieber ins Bett, bevor ich noch seekrank werde..

Gute Nacht...
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