17
Nov
2014

Inklusion - ein Illusion?

Ganz aktuell läuft gerade in den bei den öffentlich-rechtlichen Sendern die sog. "Woche der Toleranz" und dazu gibt es natürlich ein effekthaschendes Plakat:

Plakat-Toleranzwoche

Da zahle ich also ganz brav und mehr oder weniger pflichtbewusst meine GEZ-Gebühren und darf dann die Vorstellung lesen, die diese Programm-Macher beispielsweise von einem Behinderten haben. Ich bin weder nur Freund, noch fühle ich mich als Aussenseiter. Ich war mal Ehefrau, bin immer noch Tochter und Schwester. Und kurble durch meine Funktion als Arbeitnehmerin auch ein wenig das Bruttosozialprodukt an, ich muss also nicht integriert/inkludiert werden, ich bin es bereits und war es schon immer..

Wenn man also schon für Toleranz werben möchte, dann bitte auch mit Argumenten, die der Realität entsprechen und nicht so stümperhaft klischeebeladen sind, dass meine Fussnägel den Drang verspüren, sich bis Texas aufrollen zu wollen.

Und muss wirklich eine Inklusion tatsächlich erst in Gang gesetzt werden? Ist das eigentlich nicht schon längst passiert? Es mag zwar sicherlich Minderheiten geben, aber dies ist nur zahlenmässig begründet, denn auch vermeintliche Randgruppen sind Teil der Gesellschaft.
Strenggenomen wäre ich vielleicht nur dann nicht Teil einer Gesellschaft, wenn ich jetzt irgendwo auf 6.000 Metern Höhe im Himalaya in einer Blockhütte ohne W-Lan wohnen würde, das wäre aber dann nur ein Ausschluss aus geografischen Gründen.


Und wenn jetzt ein öffentlich rechtlicher Sender sich auf die Fahnen schreiben möchte, zwischen den einzelnen Schichten zu vermitteln, dann habe ich dabei die Vorstellung vor Augen, als würde eine Grundschullehrerin, aufgrund ihrer pädagogischen Ader, zwanghaft versuchen, zwischen zwei ABC-Schützen zu vermitteln, so frei nach dem Motto " vertragt Euch und gebt Euch die Hand", ich möchte aber von keinem Vermittler oder selbsternannten Interessensvertreter, dass er einer anderen Person eine Meinung beispielsweise über Behinderte überstülpt.
Oder als Fürsprecher in meinem Namen agiert. Erstens , weil dieser Person dadurch mehr oder weniger das Recht abgesprochen wird, durch eigene Erfahrungen selbst eine Meinung zu bilden.
Und zweitens kann ich selber für mich sprechen..

Natürlich gibt es dann welche, die mit dem Einwand kommen "Schon klar, Klugscheisserin, aber was ist mit denjenigen die keine Stimme haben, die brauchen doch dann einen, der ihr Sprachrohr wird.." Tja, ist das dann nicht ein vorschnelles Urteil, wenn ich anderen den Hilflosigekeitsstempel aufdrücke, ohne sie wirklich gefragt zu haben? Ist dann dieser Wunsch Fürsprecher für jemand zu sein, ein Akt der altruistischen Nächstenliebe oder nicht doch eher ein verkappter Ego-Trip?

Ich möchte doch gar nicht, dass jeder für mich und meine Behinderung Verständnis hat, ich muss ja auch nicht alle Fussgänger per se toll finden.

Und ich will auch das Recht haben, jemanden für ein Arschloch zu halten, wenn ich das in dem Moment so empfinde. Selbstverständlich darf ein anderer auch dieses Wort für mich benutzen, wenn ich ihm meinungs- und/oder verhaltenstechnisch einen vor Bug knalle...Ich will also nicht nur Freund sein, das genügt mir keinesfalls..

Und was ich erst recht nicht will, ist in den Inklusionsstrudel zu geraten, denn egal wer sich den Begriff "Inklusion" zu diesem Bestreben ausgedacht hat, Latein hatte derjenige jedenfalls nicht, denn laut Online-Duden steht da in der Übersetzung "einsperren, einschliessen, umzingeln"..dann lass ich mich lieber per "Sherpa-Spedition" zur W-Lan-freien Himalaya-Hütte tragen..

Daher viel Spass beim staatlich gefördertem Einsperren, ich bin dann mal weg...;-)
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zwei-cent-senfglas

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