...das gehört nicht hierher..
..diese Formulierung lese ich des öfteren bei Unterhaltungen auf diversen Internet-Plattformen ( soschell Nettwörks auf Neudeutsch ).
Mit diesen Worten werden oft Diskussionen meist dann mittendrin unterbrochen, sobald sie interessant werden, bzw. ans Eingemachte gehen. Aber wo gehören sie dann hin? In eine Runde von Angesicht zu Angesicht? Gut und schön, aber wieviele von diesen "das gehört nicht hierher"-Befürwortern machen dies dann tatsächlich? Würden sie dann mit gutem Beispiel vorangehen, alle ihre "virtual friends" einladen, mehrere Busse chartern und karawanengleich die nächste Mehrzweckhalle aufsuchen, um das Thema in einem "intimeren und persönlicheren Rahmen" weiter zu vertiefen?
Okay leicht überzogene Vorstellung, und sicherlich muss nicht jedes Thema bis zum Verlust der Muttersprache debattiert werden, aber durch solch eine Aussage scheint es, als wäre das Internet eine heruntergekommene Hafenspelunke, oder ein Indoor-Freizeitpark, in denen ( heisst es nicht eher "auf denen"?..naja..Abi ist schon 20 Jahre her..) es okay ist, herzige Katzenbilder, Kochrezepte oder Pseudo-Eso-Durchhaltesprüche zu posten ( von denen scheinbar dreiviertel von Konfuze stammen, dann müsste aber der Mann rund 700 Jahre alt geworden sein, bei rund 800.000 Sprüchen )
oder aber man tut Kunde, über seine kulturellen und geisteswissenschaftlichen Interessen, damit vielleicht deutlich gemacht wird "ich lasse Euch gerne teilhaben, denn wir sitzen ja alle im selben Boot, aber ich habe die Senator-Kabine, Ihr rudernden Vollpfosten im Maschinenraum." :-)
Aber sobald ein Thema in einer Diskussion interessant wird, fühlt sich immer mal wieder einer berufen, den mahnenden Zeigefinger von der Tastatur zur erheben und zu sagen " dies hier ist nicht der richtige Ort, wir sollten Schluss machen"..
Komischerweise wird IM Internet gerne ÜBER das Internet gewettert. Müsste man nicht stattdessen dieses Medium boykottieren und Flugblätter verteilen?
Es gibt ja inzwischen auch Apps, die helfen sollen, die Internetsucht in den Griff zu bekommen, das wäre ja genauso als würde Jack-Daniels beispielsweise die Betty-Ford-Klinik sponsern. Oder Marlboro ein Raucher-Entwöhnungsseminar..
Natürlich tummeln sich eine Menge Mist, Plattitüden und leider auch Brutalitäten im Netz, dies ist aber nicht das Werk der virtuellen Welt, sondern von den Usern selbst.
Weswegen ich auch nicht diese krasse Unterscheidung verstehe, zwischen real life und virtuellem Leben. Mag sein, dass ich im Netz hin und wieder das ausleben kann, was mir im wahren Leben verwehrt bleibt, bzw. wozu ich im Alltag keinen Mumm hätte. Ich denke beispielsweise nicht, dass ein "Shitstorm-Junkie" seine Tiraden auch im realen Leben "an den Mann bringen würde" oder dass ein Vorstandsvorsitzender eines Grosskonzerns bei der nächsten Aufsichtsratsitzung in "World of Warcraft"-Montur erscheint.
Aber beide Welten werden vom Menschen gestaltet, in der einen mit weniger Deko in der anderen dafür mit mehr..
Und zu sagen früher war alles besser ohne Internet, es gab keine Vereinsamung, sondern mehr Freude und Kommunikation und alles war viel friedlicher..aha..ich kann mich aber nicht erinnern, dass vor 25 Jahren Leute Gruppen-Tarantella an der Haltestelle getanzt haben, wenn man zusammen auf den nächsten Bus wartete.
Der Oma wurde auch damals schon die Handtasche geklaut. Krisen und Burn-Out-Betroffene gab es auch nur nannte man letztere oft "Aussteiger".
Früher war nur deswegen alles besser, weil man eben jünger war und sich noch nicht Gedanken um all die Probleme, Fragen und Herausforderungen machen musste, die meist nun mal erst dann auftauchen, wenn das Auspusten von 18 Geburtstagskerzen schon zweistellig an Jahren zurückliegt.
Mit der Erfindung des Internets wurde die Welt nicht automatisch kälter, einige meiner Freunde ( mit denen ich in beiden Welten unterwegs bin ) hätte ich ohne Netz nie kennengelernt.
Oder ich hätte nie von diesem tollen Mann erfahren, der im rosa Tutu weltweit Fotos von sich machen liess, aus Liebe zu seiner krebskranken Frau.
Ich glaube, das Netz verbindet viel mehr , als dass es trennt oder schadet. Und es ist durchaus in der Lage, ernsthaften Diskussionen einen Platz zu bieten, der von vielen verstanden und gestaltet werden kann, ohne dass man sich ab einem gewissen Punkt auf den Weg zum Shuttlebus zur Mehrzweckhalle begeben muss..:-)
Mit diesen Worten werden oft Diskussionen meist dann mittendrin unterbrochen, sobald sie interessant werden, bzw. ans Eingemachte gehen. Aber wo gehören sie dann hin? In eine Runde von Angesicht zu Angesicht? Gut und schön, aber wieviele von diesen "das gehört nicht hierher"-Befürwortern machen dies dann tatsächlich? Würden sie dann mit gutem Beispiel vorangehen, alle ihre "virtual friends" einladen, mehrere Busse chartern und karawanengleich die nächste Mehrzweckhalle aufsuchen, um das Thema in einem "intimeren und persönlicheren Rahmen" weiter zu vertiefen?
Okay leicht überzogene Vorstellung, und sicherlich muss nicht jedes Thema bis zum Verlust der Muttersprache debattiert werden, aber durch solch eine Aussage scheint es, als wäre das Internet eine heruntergekommene Hafenspelunke, oder ein Indoor-Freizeitpark, in denen ( heisst es nicht eher "auf denen"?..naja..Abi ist schon 20 Jahre her..) es okay ist, herzige Katzenbilder, Kochrezepte oder Pseudo-Eso-Durchhaltesprüche zu posten ( von denen scheinbar dreiviertel von Konfuze stammen, dann müsste aber der Mann rund 700 Jahre alt geworden sein, bei rund 800.000 Sprüchen )
oder aber man tut Kunde, über seine kulturellen und geisteswissenschaftlichen Interessen, damit vielleicht deutlich gemacht wird "ich lasse Euch gerne teilhaben, denn wir sitzen ja alle im selben Boot, aber ich habe die Senator-Kabine, Ihr rudernden Vollpfosten im Maschinenraum." :-)
Aber sobald ein Thema in einer Diskussion interessant wird, fühlt sich immer mal wieder einer berufen, den mahnenden Zeigefinger von der Tastatur zur erheben und zu sagen " dies hier ist nicht der richtige Ort, wir sollten Schluss machen"..
Komischerweise wird IM Internet gerne ÜBER das Internet gewettert. Müsste man nicht stattdessen dieses Medium boykottieren und Flugblätter verteilen?
Es gibt ja inzwischen auch Apps, die helfen sollen, die Internetsucht in den Griff zu bekommen, das wäre ja genauso als würde Jack-Daniels beispielsweise die Betty-Ford-Klinik sponsern. Oder Marlboro ein Raucher-Entwöhnungsseminar..
Natürlich tummeln sich eine Menge Mist, Plattitüden und leider auch Brutalitäten im Netz, dies ist aber nicht das Werk der virtuellen Welt, sondern von den Usern selbst.
Weswegen ich auch nicht diese krasse Unterscheidung verstehe, zwischen real life und virtuellem Leben. Mag sein, dass ich im Netz hin und wieder das ausleben kann, was mir im wahren Leben verwehrt bleibt, bzw. wozu ich im Alltag keinen Mumm hätte. Ich denke beispielsweise nicht, dass ein "Shitstorm-Junkie" seine Tiraden auch im realen Leben "an den Mann bringen würde" oder dass ein Vorstandsvorsitzender eines Grosskonzerns bei der nächsten Aufsichtsratsitzung in "World of Warcraft"-Montur erscheint.
Aber beide Welten werden vom Menschen gestaltet, in der einen mit weniger Deko in der anderen dafür mit mehr..
Und zu sagen früher war alles besser ohne Internet, es gab keine Vereinsamung, sondern mehr Freude und Kommunikation und alles war viel friedlicher..aha..ich kann mich aber nicht erinnern, dass vor 25 Jahren Leute Gruppen-Tarantella an der Haltestelle getanzt haben, wenn man zusammen auf den nächsten Bus wartete.
Der Oma wurde auch damals schon die Handtasche geklaut. Krisen und Burn-Out-Betroffene gab es auch nur nannte man letztere oft "Aussteiger".
Früher war nur deswegen alles besser, weil man eben jünger war und sich noch nicht Gedanken um all die Probleme, Fragen und Herausforderungen machen musste, die meist nun mal erst dann auftauchen, wenn das Auspusten von 18 Geburtstagskerzen schon zweistellig an Jahren zurückliegt.
Mit der Erfindung des Internets wurde die Welt nicht automatisch kälter, einige meiner Freunde ( mit denen ich in beiden Welten unterwegs bin ) hätte ich ohne Netz nie kennengelernt.
Oder ich hätte nie von diesem tollen Mann erfahren, der im rosa Tutu weltweit Fotos von sich machen liess, aus Liebe zu seiner krebskranken Frau.
Ich glaube, das Netz verbindet viel mehr , als dass es trennt oder schadet. Und es ist durchaus in der Lage, ernsthaften Diskussionen einen Platz zu bieten, der von vielen verstanden und gestaltet werden kann, ohne dass man sich ab einem gewissen Punkt auf den Weg zum Shuttlebus zur Mehrzweckhalle begeben muss..:-)
zwei-cent-senfglas - 15. Okt, 20:23
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